Flohmarkt - Goldgräber der modernen Zeit

Die Besucher von Flohmärkten sind nicht immer auf der Suche nach einem Gebrauchsgut. Hier ist auch das Eldorado für Sammler- und Raritätenjäger.

Was für den einen wertloses Spielzeug oder ein Stück vergilbtes Papier darstellt, ist für den anderen das Fundstück der Woche.
Dabei muß es nicht der materielle Wert sein, sondern es ist vielleicht gerade das Stück, was noch zur Sammlung gefehlt hat.

So kann der Aufenthaltsort solch eines Fundstückes schnell von der Kramkiste in eine geputzte und beleuchtete Glasvitrine wechseln.

Rahmen mit Bild gekauft - Wert 100.000 Dollar

September 2012, Virginia, USA
Eigentlich gefiel ihr nur der Rahmen: Eine Frau kaufte auf dem Flohmarkt eine Kiste mit Bild. Das Bild ist ein Renoir.

Es lag einfach in einer Kiste, wie so oft auf dem Flohmarkt. Die ganze Kiste mit Bild, Puppe und einer Plastikkuh kostete 7 Dollar – und landete damit möglicherweise einen Coup.
Denn Experten stufen das kleine bunte Bild als ein Werk des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) ein. Sie schätzen es auf einen Wert von bis zu 100.000 Dollar (etwa 78.000 Euro) – fast 15.000 Mal so viel wie der Flohmarkt-Preis. Eigentlich wollte die Frau das Bild wegwerfen und nur den Rahmen behalten.

Sieben Dollar (etwa fünf Euro) bezahlte die Frau aus dem US-Bundesstaat Virginia für eine Kiste, in der das Bild, eine Puppe und eine Plastik-Kuh angeboten wurden, berichteten US-Medien am Sonntag. Als sie das Bild aus dem goldenen Rahmen nehmen wollte, riet ihre Mutter, es vor dem Entsorgen doch noch einmal prüfen zu lassen.

Experten eines Auktionshauses in Virginia identifizierten das Fundstück dann als „Landschaft am Rande der Seine“, ein Werk des französischen Malers. Wer der Verkäufer war und wie das Bild auf einen Trödelmarkt in Virginia gelangte, ist unklar. Ende September soll das Werk versteigert werden.

Anmerkend muß bemerkt werden, der Bilderrahmen war mit 7 Dollar überbezahlt worden.

Einen Becher erstanden - Wert 13.000.-

München 2008
Ein Flohmarktgänger aus Traunstein machte 2008 ein Schnäppchen auf einem Flohmarkt in München.


Klaus Dieter Holst kaufte einen Becher, der wie aus Messing aussah. Die Zeichen und Prägungen an dem Kelch konnte er sich nicht erklären und wandte sich daher an "Kunst und Krempel" vom Bayerischen Rundfunk.

Hier saßen die Kunsthistoriker und klärten den Traunsteiner auf.
Der Kunsthistoriker Dr. Carl Ludwig Fuchs aus Heidelberg fand in der BR-Sendung einen weiteren kleinen, jedoch sehr bedeutenden Stempel auf der Cuppa, dem oberen Becherteil. Die Cuppa ist demnach keineswegs silbervergoldet, wie der glückliche Flohmarktkäufer annahm, sondern aus purem Gold!

Der russische Silbertrinkbecher im oberen Teil aus reinem Gold und wurde im 19. Jahrhundert (1883) vom Silberschmied (Sazikow) des Zaren angefertigt. Sazikov gehörte – kurz bevor Fabergé für den Hof tätig wurde – zum weltberühmten russischen Trio von Silberschmieden mit Chlebnikow und Owchinnikov. Der untere Teil des Kelchs ist aus Silber, gestempelt mit „84“ und St. Petersburger Punze, das entspricht 875-er Silber der Meistermarke Sazikov.

Den Wert schätzten sie auf 13.000.-.
Das ist aber nicht der Sammlerwert, sondern der Kunstwert. Ein Liebhaber würde wohl das Dreifache hinblättern.



Sofa verbirgt einen Kunstschatz - Wert 19.200 Euro

Berlin 2006
Eine Studentin findet ein wertvolles Gemälde in einem alten Sofa vom Flohmarkt

2006 kauft sich eine Berliner Studentin (22) auf einem Flohmarkt ein altes Sofa für 150 Euro. Zuhause zieht die Frau das Sofa zum ersten Mal aus und findet ein 26 mal 39 Zentimeter großes Bild.

Als die Studentin das auf Schiefer gemalte Ölgemälde genauer untersuchte, fand sie auf der Rückseite des Bildes den Namen des Barockmalers Adam Elsheimer.

Kunstexperten fanden heraus, dass es sich bei dem Bild «Die Vorbereitung zur Flucht nach Ägypten» um die Arbeit eines unbekannten Künstlers aus dem Umkreis des venezianischen Künstlers Carlo Saraceni handelt und nicht ein Werk des Barockmalers Elsheimer.
Das Werk ist nach Angaben des Autionshauses in der Zeit zwischen 1605 und 1620 entstanden. Der Wert wurde auf 5000 bis 7000 Euro geschätzt.

Dieses Bild wurde an einem Wochenende im Oktober 2007 in Hamburg bei einer Kunstauktion vom Auktionshaus Ketterer Kunst versteigert. Das Bild erzielte dann einen tatsächlichen Erlös von 19.200 Euro.

Es ist davon auszugehen, daß das Studium der Berlinerin nun gesichert war.




Der Schatz im Wäschekorb Wert - 100.000 Euro

Juni 2005 Bayern
Eine Frau in Bayern kauft auf einem Flohmarkt einen Wäschekorb und findet zuhause einen Schatz.

Eigentlich wollte sie nur einen Wäschekorb kaufen. Als eine Frau in Bayern zuhause das auf dem Flohmarkt erstandene Stück öffnete, staunte sie nicht schlecht über dessen Inhalt.

Die Frau hatte den Wäschekorb für sieben Euro auf einem Trödelmarkt in Grafenau ( 1. Sonntag des Monats) erstanden.
Als sie zu Hause den leicht modrig riechenden Innenbezug heraustrennte, um ihn zu waschen, entdeckte sie unter dem Futter bündelweise Banknoten im Nennwert von zehn bis 500 Mark und zwei Sparbücher mit einem Gesamtguthaben von knapp 170.000 Mark

Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um das Erbe einer vor zwei Jahren gestorbenen Rentnerin aus dem Raum Passau. Die ehrliche Finderin übergab den versteckten Schatz der örtlichen Polizei.

Von den Beamten darauf angesprochen, warum sie das Geld nicht einfach behalten habe, erwiderte die Frau: "Ich möchte auch in Zukunft noch mit ruhigem Gewissen schlafen können". Nun hat sie einen Anspruch auf den gesetzlichen Finderlohn von etwas über drei Prozent von dem Geld und dem Sparvermögen samt Zinsen. Ursprünglich war das Nachlassverfahren der verstorbenen Passauerin mangels Erbmasse eingestellt worden.

Über die umgerechnet rund 100.000 Euro können sich nun die Erben der Verstorbenen freuen.

Die ehrliche Finderin freut sich über 3.000 Euro.

Nicht immer ist es zum Nachteil, "wenn man einen Korb bekommt".

Der Griff in die Kiste - 200 Millionen Dollar

Sie greifen in eine Kiste, handeln die paar Glasplatten um 50% herunter, zahlen die 45 Dollar und sind 200 Millionen Dollar reicher.
Wäre das etwas für Sie?

Rick Norsigian aus Kalifornien, stöberte bei einem privaten Flohmarkt und zog zwei Schachteln heraus. Die Schachteln enthielten Glasplattennegative. Von den Motiven war er angetan.

Nun stellte ein Gutachter fest, das sind vermißte Aufnahmen des berühmten amerikanischen Landschaftfotografen Ansel Adams (1902-1984). Der Kunstexperte bezifferte den Wert der Negative auf ca. 200 Millionen Dollar. Die Summe könnte durch den Verkauf von Abzügen und Negativen erzielt werden.

Rick Norsigian ist 64 Jahre alt und denkt darüber nach, sich zur Ruhe zu setzen. Er ist Anstreicher und ist der Meinung, ihm hätte nichts Besseres passieren können.


Obwohl die Erben des Fotografen Zweifel angemeldet haben, bietet Rick Norsigian bereits von 17 Negativen digitale Drucke an. Kostenpunkt 1500 Dollar – je Abzug!

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